4. Netzwerktagung: German Health Research Meeting (GHRM) 2015

Das Institut für Medizinische Psychologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin war am 22. und 23. Oktober 2015 Gastgeber der Netzwerktagung über Folgen von Gewalt, Vernachlässigung und Missbrauch von Kindern und Jugendlichen.

Der Fokus der Tagung lag auf neurobiologischen und epigenetischen Folgen von Kindesmisshandlung.

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4. GHRM-Tagung 2015

Prof. Michael J. Meaney mit Prof. Christine Heim
Prof. Michael S. Kobor
Prof. Charles B. Nemeroff
Prof. Pathik D. Wadhwa

Das Institut für Medizinische Psychologie der CharitéUniversitätsmedizin Berlin war Gastgeber der diesjährigen Netzwerktagung über Folgen von Gewalt, Vernachlässigung und Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, die am 22. und 23. Oktober 2015 auf dem Campus Mitte stattfand.

Der Fokus der Tagung lag auf neurobiologischen und epigenetischen Folgen von Kindesmisshandlung. Bei dem Treffen tauschten Wissenschaftler aus 11 deutschen Forschungsverbünden ihre Erfahrungen mit internationalen Experten aus. Insgesamt wurden 158 Teilnehmer aus den USA, Kanada und Deutschland registriert. Die Arbeiten werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Mit Grußworten von Frau Professor Christine Heim (Direktorin des Instituts für Medizinische Psychologie), Herrn Professor Karl Max Einhäupl (Vorstandsvorsitzender der Charité) und Frau Dr. Christina Pesavento (Bundesministerium für Bildung und Forschung) wurde die Veranstaltung feierlich eröffnet.

Für den Kongress konnten vier international renommierte Gastreferenten gewonnen werden:

  • Prof. Michael S. Kobor (University of British Columbia Vancouver, Canada)
  • Prof. Michael J. Meaney (McGill University Montreal, Canada)
  • Prof. Charles B. Nemeroff (University of Miami, USA)
  • Prof. Pathik D. Wadhwa (University of California, Irvine, USA)

 

Im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre bisherigen Forschungsergebnisse im Austausch mit den eingeladenen internationalen Experten zu diskutieren und im weiteren Verlauf in Symposien ausführlich zu vertiefen. Junge Forscherinnen und Forscher konnten ihre Arbeit im Rahmen der Poster Session präsentieren.

Zum Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen aus den Forschungsverbünden gab es im Rahmen eines unterhaltsamen Get together in der Hörsaalruine Gelegenheit. Einen unvergesslichen Auftritt bescherten den Gästen die "Singing Shrinks", der an der Charité ansässige und einzige Psychiater-Chor der Welt, die fünf Stücke aus ihrem umfangreichen Repertoire zum Besten gaben.

Professor Michael Tsokos, Leiter des Instituts für Rechtsmedizin der CharitéUniversitätsmedizin Berlin und Gründer der Gewaltschutzambulanz, gab mit seinem Vortrag einen Einblick zur forensischen Perspektive von Kindesmisshandlung in Deutschland.

Ein herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ihre Beiträge!

Überblick: GHRM Programm 2015 (pdf)

Eindrücke von der GHRM-Tagung 2015

GHRM-Vernetzung

Diese Verbünde werden innerhalb des Netzwerks zu Verhaltensstörungen im Zusammenhang mit Gewalt, Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch in Kindheit und Jugend gefördert (mehr Informationen zu den einzelnen Projekten finden Sie auf der Internetseite des BMBF):

  • Verbundprojekt TRANS-GEN – eine Längsschnittstudie mit dem Ziel, psychologische, physiologische und soziale Faktoren zu identifizieren, die die Resilienz der Mutter-Kind-Dyade im ersten Lebensjahr fördern.
  • Verbundprojekt RELEASE mit dem Ziel der Überprüfung der Wirksamkeit eines stationären Behandlungskonzepts (DBT-PTSD) unter ambulanten Bedingungen.
  • Verbundprojekt GROWTREAT, welches die Entwicklung von Pflegekindern mit Vernachlässigungs- und Misshandlungserfahrungen unter verschiedenen Förderbedingungen erforscht.
  • Verbundprojekt UBICA, welches den generationenübergreifenden Zyklus der Misshandlung, bei dem Mütter mit eigenem Misshandlungshintergrund häufig auch die eigenen Kinder misshandeln, erforscht.
  • Verbundprojekt SexPrev_MR mit dem Ziel, ein Trainingsprogramm für geistig behinderte Mädchen zu erstellen.
  • Verbundprojekt NeMUP-Nord, welches die neurobiologischen Grundlagen von Pädophilie und sexueller Gewalt bei Tätern erforscht.
  • Verbundprojekt D-CPT mit dem Ziel, ein Therapiemanual, das speziell zur Behandlung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit PTBS nach sexueller oder physischer Gewalt konzipiert wurde, zu überprüfen.
  • Verbundprojekt CANSAS, welches den Zusammenhang von Substanzmissbrauch und Vernachlässigung/Missbrauch untersucht.
  • Verbundprojekt CANMANAGE, welches den Fokus auf die Umsetzung evidenzbasierter Interventionen legt.
  • Verbundprojekt AMIS, welches anhand von zwei Kohorten aus Kindern mit Misshandlungserfahrung Risikofaktoren erforscht, die zur Entstehung psychischer Auffälligkeiten in Folge von Kindesmisshandlung beitragen.
  • Verbundprojekt Berlin LCS über unmittelbare biologische Prozesse, welche die Folgen von Misshandlung sowie die Modulationen durch das Erbgut vermitteln.