Psychoonkologie und Gesundheitsbezogene Lebensqualität

  • Risikowahrnehmung
  • Partizipative Entscheidungsfindung
  • Krankheitsverarbeitung
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität

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Psychoonkologie und Gesundheitsbezogene Lebensqualität an der Charité

Die Arbeitsgruppe "Psychoonkologie und Gesundheitsbezogene Lebensqualität" um PD Dr. Friederike Kendel untersucht psychosoziale Faktoren im Kontext unterschiedlicher somatischer Erkrankungen. Folgende Fragestellungen und Themen werden im Rahmen von Forschungsprojekten bearbeitet:

  • Wie nehmen Patient*innen Krankheitsrisiken wahr?
  • Auf welcher Grundlagen treffen sie Entscheidungen für diagnostische Maßnahmen und Therapien?
  • Welche Faktoren sind prädiktiv für die gesundheitsbezogene Lebensqualität?
  • Entwicklung und Evaluation von ärztlichen Weiterbildungsmaßnahmen

Projekte

iKNOW - Entwicklung und Evaluation eines online-gestützten Beratungstools für BRCA1/2-Mutationsträgerinnen

Frauen mit Erbgutveränderungen in den Genen BRCA1 oder BRCA2 haben ein deutlich erhöhtes Risiko an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken. Nach dem Gentestergebnis befinden sich betroffene Frauen in einer psychisch belastenden Ausnahmesituation, in der sie gleichzeitig komplexe Informationen verstehen und schwerwiegende Entscheidungen treffen müssen. Hier setzt das Projekt iKNOW an. Ziel des Projekts ist die Entwicklung und Evaluation eines online-gestützten Beratungstools für die individuelle Aufklärung von betroffenen Frauen. Das Beratungstool unterstützt Ärzte und Ärztinnen dabei, die kompliziert ermittelten Erkrankungswahrscheinlichkeiten leicht verständlich für die Betroffenen darzustellen. Es stellt auch sicher, dass die Informationen, wie man mit diesen Risiken umgehen kann, immer an den aktuellen wissenschaftlichen Stand angepasst werden können. Über das Beratungstool haben betroffene Frauen jederzeit auch nach dem direkten Gespräch einen Zugriff auf ihr individuelles Risikoprofil und auf Informationen zu psychosozialen Themen.  

Es wird untersucht, ob Frauen, die mithilfe des neuen Beratungstools informiert werden, ein besseres Risikoverständnis haben als Frauen, die herkömmlich beraten werden. Außerdem wird untersucht, wie das Beratungstool die subjektive Wahrnehmung des eigenen Risikos sowie die Krankheitsangst und die gesundheitsbezogene Lebensqualität verändert und welche ärztlichen Leistungen die betroffenen Frauen nach der Beratung in Anspruch nehmen. Weitere Informationen zur iKNOW-Studie.

Stand: Projektvorbereitung

Projektlaufzeit: 06/2018 – 05/2021

Förderung: Innovationsausschuss beim G-BA

Konsortialführer: Prof. Dr. Jens-Uwe Blohmer / Dr. Dorothee Speiser (Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs, Charité).

Konsortialpartner: PD Dr. Friederike Kendel (Medizinische Psychologie, Charité); Prof. Dr. Markus Feufel (Arbeitswissenschaften, TU).

Bewältigungsstrategien nach Diagnose Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom

Die Entscheidung für eine Behandlungsoption nach der Diagnose Low-Risk-Prostatakarzinom ist äußerst komplex: Das Risiko irreversibler Nebenwirkungen und Einbußen in der Lebensqualität, das mit der Entscheidung für eine radikale Prostatektomie oder Radiotherapie verbunden ist, muss abgewogen werden gegen das Risiko einer nicht rechtzeitigen Behandlung bei der Entscheidung für eine abwartende Strategie. Bei der Therapieentscheidung sind die mentalen Krankheitsrepräsentationen des Patienten von großer Bedeutung: dazu gehören u.a. Annahmen über die Entstehungsursachen, den zeitlichen Verlauf  und die Kontrollierbarkeit. Mit einer prospektiven, nicht-interventionellen Studie soll das komplexe Zusammenspiel von mentalen Krankheitsrepräsentationen, Krankheitsbewältigung und Krankheitsangst vor und nach der Therapieentscheidung untersucht werden. Weitere Informationen zur COPCa-Studie finden Sie auf der Website des Projektes.

Stand: Rekrutierung abgeschlossen

Projektlaufzeit: 2014 – 2019

Förderung: Else Kröner-Fresenius-StiftungStudienleitung: PD Dr. Friederike Kendel, Prof. Dr. Mark Schrader

+49 30 450 529 201

Leben mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko

Im Mai 2013 machte die Schauspielerin Angelina Jolie ihre Entscheidung, sich aufgrund einer vorliegenden BRCA1-Genmutation einer beidseitigen prophylaktischen Mastektomie zu unterziehen, öffentlich. Diese Nachricht erfuhr eine bis dato beispiellose Aufmerksamkeit in den internationalen Medien. Sie führte auch in Deutschland zu einer deutlichen Steigerung der Nachfrage nach genetischer Beratung und präventiven Maßnahmen und wird heute als sogenannter "Jolie-Effekt" beschrieben. Für Trägerinnen einer Mutation in einem für familiären Brustkrebs disponierenden Gen erhöht sich das Brust- und Eierstockkrebsrisiko erheblich. Die psychische Belastung von Frauen mit familiärem Brustkrebsrisiko ist sehr unterschiedlich und hat Auswirkungen auf medizinische Entscheidungen und die Lebensqualität der Betroffenen. Dabei scheint die Einschätzung und Wahrnehmung des eigenen Risikos eine große Rolle zu spielen. Erstmalig sollen in einer prospektiven, nicht-interventionellen Studie die Zusammenhänge zwischen Risikowahrnehmung, Persönlichkeitsvariablen und Bewältigungs-strategien sowie der damit verbundenen medizinischen Entscheidungen untersucht werden. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen den komplexen Anpassungsprozess an das Leben mit einem erhöhten Brust- und Eierstockkrebsrisikos besser zu verstehen und damit die Beratung und Unterstützung der Betroffenen zu verbessern.  

Projektlaufzeit: 2016 – 2018
Förderung: Berliner Krebsgesellschaft
Studienleitung: PD Dr. Friederike Kendel, Dr. Dorothee Speiser

+49 30 450 529 201

Krankheitsangst und Bewältigungsstrategien bei Tumorpatienten

Die S3-Leitlinie zur Behandlung eines Prostatakarzinoms der Low-Risk-Kategorie sieht als gleichberechtigte Therapieoptionen drei kurative Strategien – radikale Prostatektomie, Radiotherapie, Brachytherapie - und eine abwartende Strategie (Active Surveillance) vor. Die physischen Nebenwirkungen und psychischen Belastungen durch die einzelnen Therapien können sehr unterschiedlich sein. Allerdings gibt es zu den psychischen Belastungen und der Krankheitsverarbeitung über einen längeren Krankheitsverlauf kaum belastbare Daten, die einen Vergleich der unterschiedlichen Therapiestrategien ermöglichen. Ziel dieser Studie war es deshalb, ein differenziertes Bild der psychosozialen Belastung von Patienten zu gewinnen, die bereits mehrere Jahre mit ihrer Erkrankung leben.

Projektlaufzeit: 2015 – 2016

Förderung: Stiftung Oskar-Helene-Heim

Studienleitung: PD Dr. Friederike Kendel, Dr. Silke Burkert

 +49 30 450 529 201

Arbeitsgruppenleitung Psychoonkologie und gesundheitsbezogene Lebensqualität

PD Dr. rer. medic. Friederike Kendel

Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Lehrkoordination

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