Gesundheit in der Schwangerschaft

In dieser Studie wird der Zusammenhang zwischen dem Wohlbefinden der Mutter während der Schwangerschaft und der späteren gesundheitlichen Entwicklung des Kindes untersucht. Von Interesse sind außerdem das mütterliche Mikrobiom (Darmflora) sowie die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft und die damit verbundenen Auswirkungen auf kindliche Gewichtsentwicklung und Diabetesrisiko.

Bei dieser Studie handelt es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen dem Institut für Medizinische Psychologie und der Klinik für Geburtsmedizin der Charité.

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Pränataler Stress und Mikrobiom

Bedingungen im Mutterleib können bereits vor der Geburt als Umweltfaktoren auf das Kind wirken und damit die spätere Entwicklung und Gesundheit des Kindes beeinflussen (Konzept der „pränatalen Programmierung von Krankheit und Gesundheit“).

In der vorliegenden Studie interessieren wir uns für verschiedene Arten von Stressbelastungen der Mutter (Alltagsstressoren während der Schwangerschaft, aber auch Belastungen und Traumata, die schon vor der Schwangerschaft aufgetreten sind). Hierbei erforschen wir den Zusammenhang dieser Stresserlebnisse mit verschiedenen gesundheitsbezogenen biologischen Systemen des Kindes, die zum Beispiel bei Alterungsprozessen von Zellen eine Rolle spielen. Ganz besonders interessieren wir uns dabei für die Telomerlänge, einem biologischen Marker der Zellalterung sowie für das Enzym Telomerase, welches biologischen Alterungsprozessen entgegenwirken kann und für sogenannte epigenetische Veränderungen, die dazu führen, dass manche Gene besonders stark oder aber seltener abgelesen werden. Ein weiterer Fokus liegt auf der Gehirnentwicklung des Kindes.

Das mütterliche Mikrobiom (Darmflora) und die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft können sich auch langfristig auf das Entstehungsrisiko von Krankheiten, z.B. Diabetes aber auch Erkrankungen des Immunsystems des Kindes auswirken. Die Darmflora wird vor allem auch von der Ernährung beeinflusst. Die Mechanismen der Vermittlung zwischen Darmbakterien und dem damit möglicherweise verbundenen Risiko für bestimmte Erkrankungen sind jedoch bisher wenig erforscht.

Epigenetik

Unter Epigenetik versteht man molekulare Mechanismen, die zu einem stärkeren oder schwächeren Ablesen von Genen führen, ohne dass die dort gespeicherten Informationen verändert werden. Dabei markieren Enzyme bestimmte Abschnitte des Erbguts (DNA). So können Zellen beispielsweise steuern, wann sie welche Proteine produzieren – und in welchen Mengen. Umweltfaktoren können epigenetische Prozesse verändern, in Gang setzen oder hemmen.

Mikrobiom

Im Darm eines Menschen leben hunderte Bakterienarten. Zusammen bilden sie das Mikrobiom. Man geht davon aus, dass eine 'richtige' und vor allem vielfältige Zusammensetzung von Bakterien im Mirkobiom Krankheiten vorbeugen kann. Die Bakterien leisten also viel mehr als nur einen Helferdienst bei der Verdauung. Das Mikrobiom produziert Botenstoffe für andere Teile des Körpers und unterstützt das Immunsystem.

Organisation der Studie zu Gesundheit in der Schwangerschaft

Projektkoordination

Kooperationspartner

Förderung

Die Studie wird vom European Research Council (ERC) gefördert.

Projektlaufzeit

Winter 2017 bis voraussichtlich Frühjahr 2022

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